Nirgendwo auf der Welt zelebrieren Gläubige die Passion Christi eindrucksvoller als in Spanien! In der Karwoche (Semana Santa) ziehen hunderte von vermummten Gestalten mit hohen spitzen Kapuzen und rasselnden Eisenketten durch die Straßen. Manche tragen riesige Holzkreuze oder üppig geschmückte Altäre mit Heiligenfiguren. Auf Mallorca gibt es über 50 Bruderschaften (Confraries), 30 davon in Palma. Die Mitgliedschaft ist eine Ehre und wird meist vom Vater auf den Sohn vererbt - heutzutage auch von der Mutter auf die Tochter (seit einigen Jahren organisieren sich Frauen in Schwesternschaften). Die Kapuze soll Anonymität garantieren, denn Buße ist reine Privatsache.

Vorbereitungen

Die üppig mit Blumen geschmückten, goldenen schweren Christus- und Marienaltare werden von bis zu zwanzig Personen getragen. Die Träger erhalten Schutz-Bandagen sowie einen Kopfschutz.

Andere Beteiligte bereiten sich entsprechend ihrer Funktion für die Prozession vor.

Prozession

Die Prozession dauert viele Stunden. Einerseits, weil es eine erheblich lange Strecke durch mehrere Straßen ist, andererseits, weil die Träger der schweren Altare alle paar Minuten den Altar absetzen, um sich kurz auszuruhen.

Da die Träger der Altare nichts sehen können, läuft ein Kommendeur mit, der Anweisungen über die Geh-Richtung gibt.



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