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Leonardifahrt

Termin: 6. November *
  Leonardi-Fahrt Bad Tölz
Bayern
Deutschland
Geo-Position:  47.7614737,11.5651524
Internet: http://www.bad-toelz.de/
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Geschichte der Wallfahrt

In ihrer Grundform einer Umkreisung stammen Umritt und Umfahrt aus uralter Zeit. Ihr Ursprung geht auf vorchristliche Vorbilder zurück, in denen das Pferd, zumal das weiße, höheren Mächten geweiht war und noch selbst als besonders gesegnet galt.

Die Leonhardifahrt ist als volkstümlicher religiöser Brauch quellenmäßig bis ins 17. Jahrhundert zurückzuverfolgen.

Die Tölzer Leonhardifahrt wurde früher wie in anderen Orten der Umgebung, z.B. in Dietramszell heute noch, durch einzelne Reiter ausgeführt. Sie hatte den mit einem hoch verehrten Kreuz geweihten Höhenberg zum Ziel.

Im Jahre 1718 entstand an dieser Stelle eine Kapelle zu Ehren der schmerzhaften Gottesmutter und des unmittelbarer Nachbarschaft die eigenartige, dreigeteilte Kreuzkirche als Krönung des nunmehr "Kalvarienberg" genannten Berges.

Fortan war die Leonhardikapelle das Ziel der Leonhardi-Reiter und -Fahrer. Betend kamen sie herauf von allen Seiten, hielten in dreimaliger Umkreisung ihre Andacht, zogen wieder hinab zur Stadt und nach fröhlichem Festefeiern wieder heimwärts.

Im Jahre 1856, nachdem im Laufe der Zeit Ausartungen und Mißstände den Leonhardiumritt einem Verbot nahegebracht hatten, lenkte der Ortspfarrer religiöse Umreiten und Umfahren der Kapelle in die würdigere Form einer geordneten, geschlossenen Wallfahrt aus der Stadt hinauf zum Kalvarienberg.

Er begründete somit die heute weltberühmte Tölzer Leonhardifahrt.

Schon in den frühen Morgenstunden des 6. November ziehen von nah und fern die Vierergespanne mit den prächtig geschmückten Wagen in den Tölzer "Badeteil", wo der Wallfahrtszug in die Buchener-, Kyrein-, Riesch- und Ludwigstrasse zusammengestellt wird.

Um 9 Uhr setzt sich die Leonhardifahrt unter dem Geläute der Kirchenglocken in Bewegung: über Badstrasse, Isarbrücke, untere Marktstrasse, Jägergasse und dem steilen Maierbräugasteig hinauf zum Kalvarienberg.

Nach dem feierlichen Festgottesdienst und der zweimaligen Umfahrung der Leonhardikapelle, bei der Pferde und Wallfahrer den Segen empfangen, beginnt gegen Mittag die Rückfahrt auf gleichem Wege in die Stadt.

Durch die obere Marktstrasse und Salzstrasse erreicht der Zug der Gespanne die Mühlfeldkirche,wo er sich nach neuerlicher Segnung auflöst.

Der Wettkampf der "Goaßlschnalzer" bildet während der Nachmittagsstunden in der Marktstrasse den geräuschvollen Ausklang.


Leonardifahrt